Autorin: Dr. Sneha Dhanke | 29. April 2026

CERASORB® M als Graft Extender in der orthopädischen und Wirbelsäulenchirurgie

Expansion des Transplantatvolumens bei gleichzeitiger Förderung einer vorhersehbaren Knochenregeneration

Mit weltweit jährlich mehr als 2 Millionen durchgeführten Knochenaugmentationen stehen Chirurgen vor einer anhaltenden Einschränkung: der begrenzten Verfügbarkeit von autologem Knochen. Die Morbidität an der Entnahmestelle sowie die limitierte Verfügbarkeit haben Graft Extender zu einem essenziellen Bestandteil der modernen orthopädischen und Wirbelsäulenchirurgie gemacht.

Autologer Knochen gilt aufgrund seiner osteogenen, osteoinduktiven und osteokonduktiven Eigenschaften weiterhin als Goldstandard. In der klinischen Routine ist seine Anwendung jedoch häufig durch eingeschränkte Verfügbarkeit und entnahmebedingte Morbidität limitiert. Insbesondere die Entnahme aus dem Beckenkamm ist mit verlängerten Operationszeiten, postoperativen Schmerzen und potenziellen Komplikationen verbunden.,

Laut Wang et al. und Plantz et al. beeinflussen diese Einschränkungen die chirurgische Entscheidungsfindung erheblich und haben zur routinemäßigen Integration von Graft Extendern geführt.iii,

„In vielen Fällen ist die Entscheidung für den Einsatz eines Graft Extenders nicht optional, sondern ergibt sich aus den praktischen Limitationen hinsichtlich Verfügbarkeit und Morbidität autologer Transplantate.“

Graft Extender ermöglichen es, das Transplantatvolumen zu erhöhen und gleichzeitig ein osteokonduktives Milieu für die Knochenregeneration aufrechtzuerhalten.ii

Laut Plantz et al. werden sie zunehmend eingesetzt, um die Notwendigkeit der Entnahme autologen Knochens zu reduzieren – insbesondere bei Fusionsverfahren – ohne die klinischen Ergebnisse zu beeinträchtigen.iv 

„Graft Extender sind ein praxisnahes Instrument, um die Entnahme aus dem Beckenkamm zu reduzieren und gleichzeitig ein ausreichendes Transplantatvolumen für Fusionen oder Defektfüllungen sicherzustellen.“

Diese Entwicklung hat synthetische Knochenersatzmaterialien, insbesondere β-Tricalciumphosphat (β-TCP), zu zentralen Komponenten moderner Rekonstruktionsstrategien gemacht.ii,iii 

Die Rolle eines Graft Extenders

Sowohl in der Orthopädie als auch in der Wirbelsäulenchirurgie ist die verfügbare Menge an autologem Knochen häufig unzureichend, um größere Defekte oder Fusionsareale zu versorgen. Graft Extender adressieren diese Limitation, indem sie als Gerüst für das Einwachsen von Knochen dienen und gleichzeitig das Gesamtvolumen des Transplantats erhöhen.,ii

Ein effektiver Graft Extender sollte folgende Eigenschaften aufweisen:

CERASORB® M: Entwickelt für vorhersehbares Knochenremodelling

CERASORB® M ist ein phasenreines (>99 %) β-Tricalciumphosphat-Knochenersatzmaterial, das als zuverlässiger Graft Extender konzipiert wurde.

Seine interkonnektierende, multiporöse Struktur unterstützt::

Schnelle vaskuläre Infiltration

Anlagerung und Migration von Osteoblasten

Progressive Knochenneubildung innerhalb des Gerüsts

Das Material unterliegt einer osteoklastenvermittelten Resorption, wodurch ein schrittweiser Ersatz durch neu gebildeten Knochen erfolgt – im Einklang mit etablierten Prinzipien des Knochenremodellings.iii,ii 

Für den Operateur ergibt sich daraus ein Graft Extender, der sich biologisch integriert und gleichzeitig eine kontrollierte Resorptionskinetik aufweist.

Orthopädische Anwendungen

CERASORB® Foam + CERASORB® M

Orthopädische Defekte weisen häufig komplexe Geometrien und unterschiedliche strukturelle Anforderungen auf, darunter:

Diese klinischen Situationen erfordern Materialien, die sowohl Anpassungsfähigkeit als auch strukturelle Stabilität bieten.

Kombinierter Ansatz

CERASORB® Foam

CERASORB® M

Gemeinsam ermöglichen sie eine Erweiterung des Transplantatvolumens bei gleichzeitig biologisch günstigen Bedingungen für die Knochenregeneration – insbesondere dann, wenn autologer Knochen allein nicht ausreicht.

Anwendungen in der Wirbelsäulenchirurgie

CERACELL® Foam + CERASORB® M

In der Wirbelsäulenchirurgie hängt eine zuverlässige Arthrodese von der Schaffung eines stabilen und biologisch aktiven Fusionsmilieus ab.

Graft Extender werden routinemäßig eingesetzt bei:

Kombinierter Ansatz

CERACELL® Foam

CERASORB® M

Diese Kombination gewährleistet eine gleichmäßige Verteilung des Transplantats sowie eine zuverlässige biologische Integration – beides entscheidend für eine erfolgreiche Fusion.

Biologische Integration

CERASORB® M unterstützt die Knochenregeneration durch einen physiologischen Remodelling-Prozess:

  1. Blut infiltriert das poröse Gerüst 
  2. Osteogene Zellen wandern in die Strukturen ein 
  3. Neuer Knochen bildet sich entlang der β-TCP-Oberfläche
  4. Das Material wird schrittweise resorbiert 
  5. Das Gerüst wird durch native Knochen ersetzt 

Dieser gekoppelte Prozess aus Resorption und Knochenneubildung entspricht etablierten biologischen Prinzipien der Knochenheilung.ii,iii 

Unterstützung der chirurgischen Effizienz

Neben der biologischen Leistungsfähigkeit müssen Knochenersatzmaterialien effizient in den chirurgischen Workflow integrierbar sein.

CERASORB® M bietet:

Diese Eigenschaften ermöglichen es Chirurgen, Transplantatkonstrukte zu optimieren und gleichzeitig zusätzliche Morbidität zu minimieren.

Fazit

Mit der zunehmenden Komplexität orthopädischer und wirbelsäulenchirurgischer Eingriffe ist der Einsatz von Graft Extendern heute klinischer Standard.

Durch die Überwindung der Limitationen autologer Transplantate und die Unterstützung einer vorhersagbaren Knochenregeneration ermöglicht CERASORB® M in Kombination mit CERASORB® Foam oder CERACELL® Foam:

Für den Operateur stellt dies einen praxisnahen, skalierbaren und biologisch fundierten Ansatz für die moderne Knochenrekonstruktion dar.

[i] Sohn, HS., Oh, JK. Review of bone graft and bone substitutes with an emphasis on fracture surgeries. Biomater Res 23, 9 (2019). https://doi.org/10.1186/s40824-019-0157-y

[ii] Wang W, Yeung KWK. Bone grafts and biomaterials substitutes for bone defect repair: A review. Bioactive Materials. 2017 Dec;2(4):224-247. DOI: 10.1016/j.bioactmat.2017.05.007. PMID: 29744432; PMCID: PMC5935655.

[iii] Synthetic Bone Graft Materials in Spine Fusion: Current Evidence and Future Trends. Mark A. Plantz Erik B. Gerlach and Wellington K. Hsu. International Journal of Spine Surgery Apr 2021, 15 (s1) 104- 112; DOI: 10.14444/8058

[iv] Calori, G. M., Mazza, E., Colombo, M., & Ripamonti, C. (2011). The use of bone-graft substitutes in large bone defects: any specific needs?. Injury42, S56-S63.